Projekt - Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien u. Lebensgemeinschaften
Das Projekt gibt es seit 01.11.2008. Das präventiv angelegte Projekt ist vor dem Hintergrund der hohen Entwicklungsrisiken
für Kinder aus suchtbelasteten Familien entstanden. In Form von Gruppenstunden für die betroffenen Kinder, Einzel- und Fallberatungen
in Bezug auf die Familien, Schulungen für Fachkräfte und Öffentlichkeitsarbeit wird der Problematik in umfassender Weise begegnet.
Zunächst auf den Landkreis Neunkirchen begrenzt, kooperieren wir seit 2009 mit dem Landkreis St.Wendel, so dass unsere Angebote
auch dort zum Einsatz kommen können.
Das Projekt widmet sich den Kindern und Jugendlichen, die in einer suchtbelasteten Familie aufwachsen. Wenn ein Elternteil
abhängig ist von Alkohol oder illegalen Substanzen, so hat dies immer auch Auswirkungen auf das Befinden und die Entwicklung
der eigenen Kinder. Diese Auswirkungen können sehr unterschiedlicher Natur und Ausprägung sein. Gemeinsam ist den Kindern
und Jugendlichen jedoch eine übermäßige und altersinadäquate Belastung.
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Das Projekt gibt den Kindern und Jugendlichen einen Raum, in dem sie sich zum einen mit dieser Belastung, ihren konkreten Erlebnissen,
Erfahrungen und Fragen auseinandersetzen können. Dies kann sowohl in einer Gruppe als auch in Einzelberatungen geschehen.
Gleichermaßen stellen wir einen Rahmen zur Verfügung, in welchem die Kinder und Jugendlichen sich unbeschwert und altersgemäß
bewegen können. Kinder möchten vor allem spielen, toben und malen; Jugendliche sind sehr viel mehr an gemeinsamen Unternehmungen,
Gemeinschaftsgefühl, der Entdeckung der eigenen Persönlichkeit interessiert.
Neben den Kindern richtet sich das Projekt an betroffene Eltern. Auch diese haben Fragen und leiden oftmals unter Schuld-
und Schamgefühlen. Wie die Kinder, so steht auch den Eltern/teilen sowohl in Form eines Gruppenangebots als im Rahmen von
vertraulichen Einzelgesprächen die Möglichkeit offen, sich mit ihrem Erziehungsverhalten zu beschäftigen und Alternativen
zu entwickeln.
Das Projekt ist weiterhin Ansprechpartner für Fachkräfte aus den Einrichtungen, die mit den betroffenen Familien zu tun haben
wie Institutionen der Suchtkranken- und der Jugendhilfe, des medizinischen und des Bildungssystems. Zum Thema "Kind/Sucht
Familie" schulen wir, wir beraten in entsprechenden Fällen und wir sind Austragungsort für den landesweiten Arbeitskreis "Kinder
in Suchtfamilien", der sich 3mal jährlich trifft und insbesondere den Netzwerkgedanken verwirklicht.
Zielgruppen
Du kannst zu uns kommen...
- wenn Deine Eltern oder ein Elternteil Probleme mit Alkohol oder mit einem anderen Suchtmittel hat oder hatte
- wenn Du Dich gerne jemandem anvertrauen möchtest
- wenn Du Dich mit den Sorgen um Deine Eltern und den Schwierigkeiten daheim alleine gelassen fühlst
- wenn Du andere Kinder und Jugendliche kennen lernen möchtest, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder machen wie Du
- wenn Dir danach ist, mal etwas ganz anderes zu machen als zu Hause: (schau)spiele(r)n, kreativ sein, Entspannung finden oder
etwas Neues auszuprobieren (wie z.B. Klettern)
Zu uns können auch Eltern kommen, wenn sie...
- spüren, dass ihre Sucht oder die Sucht des Partners/der Partnerin Auswirkungen auf ihre Kinder hat oder hatte
- nicht wissen, ob und wie und wann sie ihrem Kind von der eigenen Suchterkrankung oder der des (
- (Ex-)Partners berichten sollen
- einen neuen Umgang mit ihren Kindern finden möchten
- Rat und Unterstützung in Erziehungsfragen suchen
Fachkräfte können uns kontaktieren, wenn sie...
- mit einer Familie zu tun haben, in welcher sie eine Suchtproblematik vermuten, jedoch nicht wissen, ob und wie sie diese ansprechen
sollen
- Methoden erarbeiten möchten, um Eltern zu motivieren, für ihr Kind und / oder für sich selbst ein entsprechendes Angebot wahrzunehmen
- Eine Hilfsmaßnahme für betroffene Kinder und Jugendliche suchen
- sich vertieft mit der Problematik auseinandersetzen möchten
Angebote
Kinder und Jugendliche
Kostenloses Gruppenangebot für Kinder und Jugendliche:. In den altershomogenen Gruppen greifen wir die Themen auf, die Dich bewegen: Deine Familie, Dein Platz in der Familie,
Deine Gefühle gegenüber den Eltern und Deine Wünsche an sie. Wir widmen uns auch der Frage, was Sucht überhaupt ist, wie sie
entsteht, was dort geSUCHt wird. Und wie sich das, was dort gesucht wird, auch auf anderen Wegen finden lässt, ohne Suchtmittel.
Das Aufgreifen der Themen erfolgt über ganz unterschiedliche Methoden: Bücher und Filme, Spiele, Gespräche, Ton, Farben, Pantomime.
Freizeitaktivitäten: Einen großen Stellenwert nehmen gemeinsame Unternehmungen ein, die je nach Jahreszeit und Eurem Alter in- oder außerhäusig
stattfinden: z.B. Zoobesuch, Schwimmen, Eis essen, Klettern, Zelten, Kochen, Backen, Adventsfeier, Schlittschuhlaufen, Sing
Star u.v.m.
Hol und Bringedienst: Wir haben einen Fahrdienst eingerichtet, der Dich daheim abholt und wieder nach Hause bringt
Aktuelle Gruppenangebote:
- Kindergruppe für Kinder im Grundschulalter in Neunkirchen: wöchentlich Mittwochs von 15:30 Uhr - 17 Uhr in der Präventionswerkstatt
der Caritas / Hüttenbergstr. 42
- Jugendgruppe für Jugendliche aus den drei Landkreisen: zweiwöchentlich Mittwochs von 16:00 bis 17:30 in der Präventionswerkstatt
der Caritas / Hüttenbergstr. 42
- Kindergruppe für Kinder im Grundschulalter in ST. Wendel: wöchentlich Montags von 16:00 Uhr bis 17:30 Uhr in den Räumlichkeiten
der TAFEL, Kelsweilerstr. 15
Einzelberatung: Du kannst auch gerne alleine zu einem oder mehreren Gesprächen kommen, wenn für Dich das aktuelle Gruppenangebot nicht passt,
Du aber dennoch Hilfe und Unterstützung suchst.
Eltern
Elterngespräche: In den Elterngesprächen – parallel zur Gruppenteilnahme der Kinder - wird die aktuelle Situation zu Hause thematisiert,
das Erleben und das Verhalten des Kindes innerhalb der Familie, mögliche Schwierigkeiten mit der Erziehung, Probleme in der
Kommunikation mit dem Partner oder der Partnerin. Auch Schuld- und Schamgefühle in Bezug auf das Suchtgeschehen werden von
den Eltern immer wieder angesprochen.
Elterngruppe: Die Elterngruppe wird angeboten, sobald sich genügend TeilnehmerInnen finden. Sie erstreckt sich über 7-8 Sitzungen, welche
- neben allgemeinen Erziehungsfragen - die Auswirkungen der Suchterkrankung auf die erzieherische Kompetenz der Eltern und
somit die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen beinhaltet.
Eltern und Kinder
Familienseminare: Im Rahmen der Wochenendseminare besteht die Möglichkeit, sich intensiv mit dem Thema Sucht in der Familie zu beschäftigen,
offene Fragen der Kinder und Jugendlichen zu beantworten und Beziehungswünsche zu klären. Zum Einsatz kommen insbesondere
Methoden aus der familiensystemischen Praxis, psychoedukative sowie erlebnispädagogisch orientierte Herangehensweisen. Die
Seminare finden i.d.R. im stationären Setting (Fachklinik Münchwies) statt, können bei ausreichender Interessentenzahl (ca.
2 - 4 Familien) jedoch auch im ambulanten Kontext (in der Beratungsstelle der Caritas) durchgeführt werden.
Fachkräfte
Fallberatungen
Arbeitskreis „Kinder in Suchtfamilien“: Der landesweite AK formierte sich im Anschluss an die Fachtagung „Kinder in Suchtfamilien“ im März 2009 in Illingen und
tagt dreimal jährlich. Er setzt sich zusammen aus Vertretern der Sucht- sowie der Jugendhilfe und beinhaltet den fachlichen
Austausch der Disziplinen, Sammeln / Zusammentragen, welche Hilfsangebote für die betroffenen Familien im Saarland vorgehalten
werden, wo Bedarfe bestehen, wie diese gedeckt werden könnten, mit welchen finanziellen Mitteln etc. Weiterhin ist der AK
mit der Organisation von Fortbildungen (z.B. zum Thema Alkoholembryopathie) und der Planung von Aktionen (z.B. im Rahmen der
Suchtwoche) befasst. Zudem finden im Rahmen des AKs Fallberatungen statt. - Seit September 2010 ist der AK unter dem Dachverband
der saarländischen Hauptstelle für Suchtfragen angesiedelt.
Multiplikatorenschulung

Das Projekt "Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien und Lebensgemeinschaften" wird gefördert über die "Aktion
Mensch".